Fünf Jahre scheinen eine lange Zeit zu sein. Doch ich vermute, für die meisten Mitglieder des Ortsrates Fallersleben-Sülfeld vergingen sie wie im Fluge.
Am 3 Juni kamen sie im Saal des Hoffmannhauses das letzte Mal offiziell zusammen. Bezogen auf die aktuell auslaufende Legislaturperiode wohlgemerkt. Das nächste Treffen des Gremiums findet erst nach der Kommunalwahl am 13. September statt, wenn der dann neu zusammengestellte Ortsrat seine konstituierende Sitzung haben wird.
Sollte beim einen oder anderen Mitglied ein wenig Wehmut aufgekommen sein, so wurde diese, zumindest im öffentlichen Teil der Sitzung, nicht nach außen getragen. Stattdessen ging es gleich wie gewohnt zur Sache. Die Tagesordnung wurde ein bisschen durcheinander gewürfelt, aber darüber war man sich schnell einig, wie auch sonst recht häufig im Verlauf des Abends.
Auf der Tagesordnung standen neben den üblichen Kenntnisgaben der Verwaltung und des Ortsbürgermeisters, der Sommerbelegungsplan der Sporthallen, die Umwidmung einer Straße, der Zustand des Nordringes. Weiterhin natürlich das Hauptthema des Abends, das wohl die meisten Besucher in den Saal lockte: Das Schwefelbad.
Die wichtigste Information dazu ist, dass der Fortbestand des Bades nun gesichert ist. Der VfB Fallersleben wird ab dem 1. Oktober den Betrieb des Schwefelbad Fallersleben fortführen. Das Leistungsangebot bleibt bestehen und soll sogar erweitert werden. Die Mitarbeitenden werden zu den bestehenden Konditionen übernommen und weiterbeschäftigt. Alle Besucher und Besucherinnen werden gleich behandelt. Es gibt keine Privilegien für Mitglieder des VFB.
Offiziell gehörte der Beratungspunkt Schwefelbad in den nichtöffentlichen Teil aller bisherigen Sitzungen. Das hat jedoch gar nichts mit Vetternwirtschaft oder Geheimniskrämerei zu tun. Bei solchen Verhandlungen werden zwangsläufig interne, persönliche und damit geschützte Rechte von Bietern und Betreibern besprochen, die nun einmal nicht in die Öffentlichkeit gehören.
Auf Antrag der PUG Fraktion kam es jedoch zu einer Verschiebung eines Teils der Beratungen in den öffentlichen Teil der Sitzung. Es ging darum, dass in den Konzessionsvertrag mit dem VfB ein weiterer Absatz aufgenommen wird. Dieser soll den sofortigen Weiterbetrieb des Schwefelbades durch die Stadt Wolfsburg sicherstellen, falls der VfB aus irgendeinem Grund zukünftig seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Diese Information sollte an die Bevölkerung weitergegeben werden.
Aufgrund des dadurch folgenden Zwitterstatusses des Themas, haftete der anschließenden Diskussionen eine gewisse Brisanz an. An den gekräuselten Stirnen der Diskussionsteilnehmer war deutlich zu erkennen, dass man sehr bemüht war Informationen weiterzugeben, ohne dabei keine Interna auszuplaudern. Es ist allen Beteiligten gut gelungen. Schließlich wurde der beantragte Passus einstimmig durchgewunken.
Überhaupt habe ich persönlich im Laufe der Ortsratssitzungen der letzten Jahre, den Eindruck gewonnen, dass man sich im Rat größtenteils doch einig war. Zwar wurde schon einmal engagiert diskutiert, aber man blieb dabei immer sachlich und konstruktiv. Schließlich gibt es bekanntlich oft mehrere Lösungen für ein Problem. Debattiert wird daher in der Regel nur über verschiedene Wege zum Ziel.
So etwas gehört für mich einfach zur gelebten Demokratie dazu. Ich wünsche mir sehr, dass die Mitglieder des neuen Ortsrates ebenfalls zu sachlich, konstruktiven Diskursen in der Lage sein werden.
Für mich persönlich ist das eine Selbstverständlichkeit und ich werde dies, sollte ich ebenfalls diesem Gremium angehören (Ja, das ist Wahlkampf 😉 ) jederzeit umsetzen und beibehalten.
Zum Schluss des öffentlichen Teiles dankte Ortsbürgermeister Schlichting allen Anwesenden aus Ortsrat und Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit in den letzten fünf Jahren und schloss die Versammlung für Besucher.
Dankenswerterweise konnte ich die Ortsratsmitglieder noch dazu ermutigen, sich mir zu einem gemeinsamen Gruppenfoto zur Verfügung zu stellen. In „zweiter Lesung“ klappte es schließlich und das Resultat kann hier bewundert werden.

Von links nach rechts: Markus Alisch (PUG), Andreas Klaffehn (PUG), Ulrich Kohnert (PUG), Ulrike Köppe (PUG), Viktor Stuckert (PUG), Roman Dettmann (PUG), Olaf Koch (CDU), André-Georg Schlichting (CDU), Mats-Ole Maretzke (FDP), Michael Paech (CDU), Eckhard Krebs (SPD), Lea Broedermann (Die Linke), Sören-Bodo Schlegel (Bündnis 90 / Die Grünen), Nicolas Heidtke (CDU), Ingrid Leitner (SPD), Ralf Krüger (SPD). Es fehlt Axel Oberdiek (SPD).
Ich erdreiste mir an dieser Stelle mal im Namen der Bürgerinnen und Bürger aus Fallersleben und Sülfeld allen Ortsratsmitgliedern meinen / unseren herzlichen Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen.
Danke.
Andreas König
